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Investitionsboom: Sparkassen finanzieren Innovation

Milan Frühbauer

Das WIFO bestätigte erst vor kurzem: auch im zweiten Quartal dieses Jahres ist das BIP Österreichs gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent gewachsen. Die Unternehmens-Investitionen wurden erneut ausgeweitet. Die KMU bleiben der Motor, das zeigt auch die jüngste Umfrage der Erste Bank und Sparkassen. Digitalisierung und Innovatuionen sind der aktuelle Investitionstreiber. 

Die Investitionsbereitschaft ist hoch, denn das Marktumfeld wird deutlich besser eingeschätzt als noch im Vorjahr. Das ist eines der Ergebnisse der repräsentativen KMU-Umfrage unter 900 Klein- und Mittelunternehmen im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen. Aus Wettbewerbsgründen werden Innovationen immer wichtiger. „Wir wollen diese wachsende Investitionsfreude der Unternehmen maßgeblich mitfinanzieren“, sagt Stefan Dörfler, Vorstandsvorsitzender der Erste Bank Oesterreich. Seit 2014 stellt die Sparkassengruppe eine Milliarde Euro für die Finanzierung innovativer Ideen und Projekte zur Verfügung. „Die Nachfrage ist so groß, wir stocken daher unseren Innovationstopf um eine Milliarde auf“, unterstreicht Dörfler. Die rechtzeitige Innovation sei nun einmal der entscheidende Wettbewerbsfaktor in einer kompetitiven Wirtschaft.

Drei Viertel aller befragten KMU ziehen den klassischen Bankkredit anderen Finanzierungsformen vor. Erste Bank und Sparkassen sind dabei eine wichtige Säule: Allein im Vorjahr haben sie nicht weniger als 12,6 Milliarden Euro an Neukrediten für Firmenkunden vergeben. Das zeigt das Vertrauen der Unternehmensleitungen in die Finanzierungskompetenz und den Service der Gruppe. 85 Prozent der Befragten hatten kein Problem bei der Kreditfinanzierung von Innovationen, nur 15 Prozent meinten, dass ihnen diese versagt blieb.

Digitalisierung und Innovation sind die Hauptmotive der unternehmerischen Investoren. Das wird auch bei der Einstellung zu Start-ups, denen eine immer größere Bedeutung für das Wirtschaftswachstum zukommt, deutlich. Jedes dritte Unternehmen aus dem Bereich KMU – und diese machen immerhin mehr als 99 Prozent der in Österreich insgesamt aktiven Unternehmen aus – will mit den innovations- orientierten Start-ups kooperieren. Jedenfalls halten diese Befragten eine Zusammenarbeit mit den „Newcomern“ in  den kommenden zwei bis drei Jahren für wahrscheinlich. Da Unternehmen mit steigender Innovation auch immer anspruchsvoller gegenüber der Kreditwirtschaft werden, arbeiten Erste Bank und die übrigen Sparkassen derzeit intensiv an der Weiterentwicklung eines neuen Digital Corporate Bankings für Unternehmen. „Eine perfekte und professionelle Steuerung der Finanzen ist heutzutage wichtig für den Erfolg eines Unternehmens. Mit Telebanking Pro wollen wir mehr bieten als nur konventionelles Banking für Kommerzkunden“, kündigt der Vorstandschef der Ersten an. Auf der Plattform sollen künftig auch andere Dienstleistungen, wie etwa die Bonitätsprüfung, schnell und unkompliziert abgewickelt werden können. Noch im Laufe dieses Jahres soll das bereits vorhandene Telebanking Pro mit KooperationspartnerInnen ergänzt und um weitere Funktionen und Dienste aufgewertet werden.

Übrigens: Der Faktor Mensch bleibt in der Unternehmensstrategie der mit Abstand wichtigste Erfolgsgrund. Trotz umfassender Digitalisierung sehen 99 Prozent der bei der Umfrage antwortenden KMU-Unternehmen die MitarbeiterInnen als Haupterfolgsfaktor.

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Was zählt, sind die Menschen