Sparkassen Zeitung

Economy

"Die Fusion ermöglicht Kundenbetreuung aus einer Hand"

Stephan Scoppetta

Gerhard Fabisch, Präsident des Sparkassenverbandes, und Robert Lasshofer, Generaldirektor der Wiener Städtischen, sprechen im Interview über die Fusion s Versicherung und Wiener Städtische und die Vorteile, die sich daraus für BeraterInnen und KundInnen ergeben.

Sparkassen Versicherung und Wiener Städtische haben mit 1. Oktober fusioniert. Was bedeutet das für die s Versicherung?

Robert Lasshofer: Eines vorweg: Die Marke s Versicherung bleibt auch nach der Fusion bestehen! Was die Fusion betrifft, so freut es uns sehr, dass wir die Zusammenführung zweier so erfolgreicher Unternehmen in einer sehr vernünftigen Zeit bewerkstelligen konnten. Aus unserer Sicht ist damit der Grundstein für eine Rundum-Absicherung der gemeinsamen Kundinnen und Kunden von Bank und Versicherung gelegt. Durch die Fusion von s Versicherung und Wiener Städtische entsteht Österreichs größter Lebensversicherer mit einem Prämienvolumen von rund 1,4 Milliarden Euro und einem Marktanteil von knapp einem Viertel. Insgesamt verfügen beide Gesellschaften über Prämienvolumen von mehr als 3 Milliarden Euro und betreuen mehr als 2,5 Millionen Kunden. Somit ist seit der Fusion im Schnitt jeder vierte Österreicher bei der Wiener Städtischen versichert.

Gerhard Fabisch: Das ist die größte Kooperation zwischen einer Bankengruppe und einer Versicherung in Österreich. Neben der Finanzberatung sind Versicherungsprodukte seit der Gründung der s Versicherung durch die Sparkassengruppe im Jahr 1985 wichtiger Bestandteil der professionellen, individuellen und ganzheitlichen Beratung unserer Kundinnen und Kunden. Mit diesem Schritt werden wir unser Leistungsspektrum im Versicherungsbereich noch weiter ausbauen können. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen der Wiener Städtischen und der Sparkassengruppe sehr gut funktioniert. Dementsprechend optimistisch sind wir für die Zukunft. 

Die Marke bleibt also bestehen. Ändert sich etwas in der Zusammenarbeit zwischen Erste Bank und Sparkassen und der Wiener Städtischen?

Lasshofer: Die Marke bleibt wie gesagt bestehen und auch in Zukunft wird in jedem Bundesland ein Team der s Versicherung den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Filialen von Erste Bank und Sparkassen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Durch die Fusion wird es bezüglich der Produktvielfalt eine Reihe spannender Veränderungen und neuer Möglichkeiten geben. Eine zusätzliche Vertriebs- chance eröffnet sich beispielsweise dadurch, dass wir uns in Zukunft – neben der Lebens- und Unfallversicherung – noch intensiver als in der Vergangenheit den Sparten Sach- und Krankenversicherung widmen werden und uns hier deutlich breiter aufstellen können.

Was bedeutet das für die Kundinnen und Kunden von Erste Bank und Sparkassen?

Fabisch: Aus Sicht der Bank ermöglicht die Fusion die professionelle Kundenbetreuung aus einer Hand, die eine ganzheitliche Sicht auf die Finanz-, Vorsorge- und Absicherungsbedürfnisse des Kunden umfasst. Die Bank hat wichtige Informationen vom Kunden und kann so im Rahmen eines umfassenden Finanzchecks konsequent Vorsorge- lücken aufspüren und mit einem bedürfnisorientierten Produktmix abdecken. Dabei hat der Kunde die Sicherheit, dass es uns nicht darum geht ein bestimmtes Produkt zu verkaufen, sondern ein optimales Vorsorgeangebot für seine Bedürfnisse bereitzustellen. Zudem hat der Kunde auch im Schadensfall die Gewissheit, dass ihm sein Bankberater weiterhilft. Natürlich greift dieser im Hintergrund auf ein Expertenteam der Versicherung zurück. Der erste Ansprechpartner bleibt jedoch der Kundenberater in der Bank und der hat großes Interesse, seine Kunden im Schadensfall rasch und optimal zu servicieren.

Mit der Wiener Städtischen wird nun auch die Sach- und Krankenversicherung im Bankenvertrieb verstärkt angeboten. Heißt das, dass ich in Zukunft sämtliche Versicherungsprodukte bei meinem Bankberater bekommen kann?

Lasshofer: Ja, absolut – denn wir denken, dass unsere Angebote eine sehr gute und wichtige Ergänzung zu den Produkten von Erste Bank und Sparkassen darstellen. Denken Sie nur daran, wenn etwa ein Bankkunde einen Kredit für ein Haus benötigt, dann wird er, neben einer Ablebens-Risikoversicherung, auch eine Eigenheimversicherung brauchen. Oder, dass zu einer umfassenden Vorsorgelösung immer auch eine Sonderklassen- und Privatarztversicherung gehört. Solche Kombinationen sind ideal für die Kunden und können nun verstärkt aus einer Hand von Bank- beraterin und Bankberater angeboten werden.

Aber können die Bankberater neben den traditionellen Geldgeschäften auch noch eine Versicherungsberatung bieten? Haben sie eigentlich eine Ausbildung dafür?

Fabisch: Wir haben im Vorfeld der Fusion in ausgewählten Filialen einen Piloten gestartet und die Beraterinnen und Berater auch – wie schon in der Vergangenheit – umfassend zum Thema Versicherungen geschult. Die Ergebnisse stimmten uns sehr zuversichtlich. Unsere Kunden schätzen eine ganzheitliche Betreuung inklusive Produktangeboten. Zudem kennen unsere Berater die familiären und finanziellen Verhältnisse und Möglichkeiten ihrer Kunden gut, womit man sich langwierige Statuserhebungen vor dem Beratungsprozess erspart. Der Kunde kann bei seinem Sparkassen-Berater somit rasch Angebote einholen oder sich über maßgeschneiderte Vorsorgelösungen informieren.

Werden diese Versicherungsprodukte auch über George angeboten?

Fabisch: Derzeit ist das erst eingeschränkt möglich. Kundinnen und Kunden sehen heute schon jene Verträge im Onlinekundenportal George, die sie über Erste Bank und Sparkassen als Produkte der Marke s Versicherung abgeschlossen haben. Verträge, die bei Beraterinnen und Beratern der Wiener Städtischen abgeschlossen wurden, sind noch nicht in George ersichtlich. Sicher ist aber, dass der Online-Vertrieb von Versicherungsprodukten über George weiter ausgebaut wird.

Diesen Artikel teilen:

Was zählt, sind die Menschen