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Print-Revival?

Markus Nepf

Der Trend zu Onlinemedien ist groß und nachvollziehbar, doch die Rückbesinnung auf Druckwerke hat bereits begonnen.

„Get the print edition“, ist auf der Website des internationalen Magazins „airbnbmag“ zu lesen. Warum ausgerechnet ein Online-Wohnanbieter neuerdings auf das klassische Medium setzt? Ziel ist die Markenstärkung über verschiedene Zielgruppen hinweg und das in Form eines Reisemagazins, das es sogar zu kaufen gibt: vier Ausgaben für 15 US-Dollar.

JUNGE ZIELGRUPPEN UND HAPTIK SIND KEIN WIDERSPRUCH

Studien haben ergeben, dass die Affinität zu Print und klassischen Kanälen gerade bei jungen Zielgruppen ansteigt. Einmal das Smartphone ruhig stellen und sich ein cooles Magazin in seiner gesamten Haptik „reinziehen“ kommt offensichtlich bisweilen auch dem Entspannungsbedürfnis der Digital Natives entgegen.

Seit diesem Sommer ist auch kein Geringerer als der Social-Media-Riese Facebook auf Print gelandet. „Grow“ nennt sich das elitär gehaltene Druckwerk und möchte ebenfalls jüngere Personen, in diesem Fall: Entscheidungsträger aus der Wirtschaft in Nordeuropa, erreichen.

SPARKASSENZEITUNG SCHON ÜBER 100 JAHRE ALT UND KEIN BISSCHEN LEISE

Das Medium, das Sie in Händen halten, wurde erstmals bereits 1906 gedruckt. Vom damals gegründeten Deutschen Reichsverband der Sparkassen, dem Vorgänger des Österreichischen Sparkassenverbandes, herausgegeben, bewährt sich die Zeitung – 2015 in die Magazinform gewechselt – bereits über 100 Jahre lang. Natürlich steht das Medium allen LeserInnen auch online zur Verfügung. Und das sogar mit den neuesten Features – siehe nebenstehenden Artikel.

PRINT UND DIGITAL ALS MODERNER MEDIAMIX

Der Trend zu Online-Produkten und Online-Werbung gräbt klarerweise den Printmedien das Wasser ab. Dennoch wird es in der Regel nicht zu einer Disruption, also einer völligen Verdrängung, kommen. Es entstehen noch immer neue Printtitel und das sehr erfolgreich, auch in Österreich. Ein gutes Beispiel ist der „Börsianer“, der 2013 gelauncht wurde und noch heute gewinnbringend von den Börsianern Michael Berl und Dominik Hojas herausgegeben wird. Zusätzlich steht das einschlägige Kapitalmarktmagazin als E-Paper zur Verfügung, mit über 100 Seiten in seiner jüngsten Ausgabe. Interessant, da die beiden Geschäftsführer altersmäßig zu den Millennials (Generation Y) zählen, von denen laut Austrian Millennial Report 2018 (Marketagent.com und Kobza and the Hungry Eyes – KTHE) zwar 79 Prozent eine Woche lang auf die Tageszeitung, jedoch nur 13 Prozent auf das Internet verzichten können.

Dies zeigt einmal mehr, dass sich Print und Digital in einem modernen Mediamix optimal ergänzen können und auch weiterhin ergänzen werden.

Markus Nepf leitet die Stabsstelle Kommunikation des Österreichischen Sparkassenverbandes.

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