Sparkassen Zeitung

Economy

Erfolg in all seinen Facetten

Herta Scheidinger

ÖSTERREICHS UNTERNEHMEN BEWEISEN INNOVATIONSGEIST UND HABEN DEN MUT SICH IN ERFOLGVERSPRECHENDEN NISCHEN ANZUSIEDELN – UND DER ERFOLG GIBT IHNEN RECHT.

Sie brennen für ihre Leidenschaft und erobern mit ihren Innovationen den nationalen und internationalen Markt. Harte Arbeit und großes Qualitätsbewusstsein stehen hinter dem Erfolg der heimischen Unternehmen. Die österreichische Wirtschaft ist von einer großen Branchenvielfalt gekennzeichnet, vor allem den Klein- und Mittelbetrieben kommt hier eine große Bedeutung zu. In den letzten Jahren lief es gut für die Betriebe im ganzen Land – und der eingeschlagene Expansionskurs wird weiter fortgesetzt, denn Stillstand kommt für die UnternehmerInnen, egal in welcher Branche, nicht in Frage.

Artikelfoto: café+co hat sich zum Marktführer im Bereich des Automaten-Catering und zum führenden Kaffeedienstleister entwickelt. Die heimischen Grenzen hat das Wiener Unternehmen längst hinter sich gelassen und ist in diversen Ländern in CEE tätig.

FAIRER KAFFEEGENUSS

Ein gutes Beispiel dafür ist café+co. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Wien ist Marktführer im Bereich Automaten-Catering und der führende Kaffeedienstleister in Zentral- und Osteuropa mit derzeit 15 Tochtergesellschaften in Österreich und in neun weiteren Ländern. café+co beschäftigt sich vor allem mit dem Betrieb und Service von Espressomaschinen sowie Automaten für Heiß- und Kaltgetränke und Snacks. „Mehr als 40.000 Unternehmen und öffentliche Organisationen schätzen unsere Dienstleistungen. Unser Servicenetz reicht vom Bodensee bis nach Moskau und umfasst zehn Länder in CEE. Jährlich werden an mehr als 72.000 Standorten mehr als eine halbe Milliarde Portionen konsumiert“, nennt café+co-Geschäftsführer Fritz Kaltenegger die aktuellen Zahlen. Neben den vollautomatischen Shops in Privatunternehmen und öffentlichen Einrichtungen betreibt das Unternehmen zudem elf Selbstbedienungscafés sowie zwei café+co-Expresse, moderne Selbstbedienungsstores. In der Unternehmensgruppe sind über 1.900 Mitarbeiter- Innen beschäftigt. Die mittlerweile sehr bekannte Marke café+co sorgt für eine deutliche Positionierung und Abgrenzung zum Mitbewerb. „Eine starke Marke ist wertvoll in der Unternehmenskommunikation und bei der Neukundenansprache, schafft Vertrauen, stärkt die Wiedererkennung und bindet Kunden“, ist Kaltenegger überzeugt. Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg ist sicher die gelebte Nachhaltigkeit. Qualitätssicherung von der Pflanze bis zum Recycling, also von der Bohne bis zum Becher, ist ein Kern der café+co-Unternehmensphilosophie.

Braun Feuerwehrtechnik aus Rudersdorf
im Südburgenland ist auf dem Gebiet der
Feuerwehrtechnik und Ausrüstung erfolgreich.
Die jungen Techniker bieten innovative
Lösungen um den Freiwilligen Feuerwehren
weltweit die Arbeit zu erleichtern.

 

DIE LEIDENSCHAFT ZUM BERUF GEMACHT

Ein burgenländisches Start-up macht auf einem ganz speziellen Gebiet von sich reden: Zwei junge Techniker haben es sich zum Ziel gesetzt, die Arbeit von Freiwilligen Feuerwehren weltweit mit Innovationen zu erleichtern. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2015 versuchen die Cousins Thomas und Gabriel Braun mit ihren Produkten, die Abläufe und Tätigkeiten der Feuerwehren zu vereinfachen, zu verbessern und zu modernisieren. Die Motivation dafür holte sich Thomas Braun, Gründer und Geschäftsführer der Braun Feuerwehrtechnik GmbH, schon in frühester Kindheit: „In meinen knapp zwanzig Jahren bei der Feuerwehr habe ich festgestellt, dass Innovation und neue Technologien oft nur langsam den Weg in die Feuerwehrtechnik finden.“ Weiters sei die Feuerwehrtechnik eine der vielfältigsten und interessantesten Branchen für EntwicklerInnen und Tüftler- Innen, da die Anforderungen immer komplexer und schwieriger würden, meint Braun. „Diese Herausforderung hat es mir angetan. Ich bin mit Leib und Seele Feuerwehrmann, und es erfüllt mich mit Freude und Stolz, wenn innovative Lösungen und Produkte von uns im Ernstfall von Kameraden eingesetzt werden und die Arbeit von Feuerwehren somit einfacher, leichter und sicherer wird.“ In einem jungen und dynamischen Team werden aktuelle Problemstellungen der Feuerwehren behandelt. Die Palette der angebotenen Produkte und Leistungen ist groß. „Freilich legen wir unseren Fokus auf unsere neun Eigenprodukte, zum Beispiel unsere Apps für Feuerwehren, individuelle Rollcontainer oder unser Nebellöschsystem FOG-X. Im Bereich der Dienstleistung bieten wir den Fahrzeugbau von Kleinfahrzeugen oder auch Revitalisierungen bestehender Löschfahrzeuge an“, erklärt Thomas Braun.

LEIDENSCHAFT FÜR DIE SCHÖNHEIT

GW Cosmetics aus Niederösterreich hat mit
Haar-, Gesichts- und Körperpflegeprodukten
einen fixen Platz auf dem Weltmarkt erobert.
Alle Produkte werden am Standort Leopoldsdorf
entwickelt und produziert.

„Um an die Spitze zu kommen und dort auch zu bleiben, muss man besser und schneller auf die wachsenden Ansprüche der Kundinnen und Kunden eingehen als andere“, ist Rainer Deisenhammer, Miteigentümer und Geschäftsführer von GW Cosmetics, überzeugt. Das Unternehmen mit Sitz im niederösterreichischen Leopoldsdorf ist Hersteller von Haar-, Gesichts- und Körperpflegeprodukten und weltweit mit den Marken RefectoCil, BeautyLash, Master Lin und Private-Label-Produkten vertreten. GW Cosmetics beschäftigt 86 MitarbeiterInnen, ein Fünftel davon im Bereich Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung. Die Marke RefectoCil wird in 65 Ländern vertrieben und ist damit ein weltweiter Spezialist für Augenbrauen- und Wimpern- styling-Produkte im Salon. „Der Gründer der Marke begann vor fast achtzig Jahren damit, Farben für Augenbrauen Braun und Wimpern zu entwickeln, weil er mit den bestehenden Produkten am Markt nicht zufrieden war. Er wollte für seine Kundinnen etwas Besseres. Und mit diesem Anspruch haben wir die Marke weiterentwickelt: immer bessere Produkte und ein immer umfassenderes Portfolio“, so Deisenhammer. Wie wichtig sind Know-how und Innovationen für den internationalen Erfolg? „Ohne der absolute Experte in seinem Gebiet zu sein und ohne Weiterentwicklung gibt es keinen Erfolg. Bei GWC arbeiten interna- tionale Spezialistinnen und Spezialisten, jedes Jahr werden Produkte weiterentwickelt, verbessert, neue auf den Markt gebracht“, erklärt Deisenhammer. Aus dem Kosmetikbereich hat sich der Private-Label- Bereich des Unternehmens entwickelt: GWC produziert für namhafte Handels- unternehmen und Markeneigentümer. „Zum anderen haben wir auch die Marke Master Lin im Portfolio, eine Naturkosmetikmarke, deren Rezepturen auf TCM basieren. Hier investieren wir seit einigen Jahren stark, um die Marke zu etablieren. Naturkosmetik ist ein wachsender Markt, wir verfügen über einiges Know-how bei der Entwicklung guter Produkte, aber die internationale Konkurrenz ist auch hier riesig. Man muss nicht nur bessere Produkte als die Konkurrenz bieten, sie müssen auch besser vermarket werden.“

MIT EDLER KERAMIK ZUM ERFOLG

Die Keramikerin Petra Lindenbauer feiert mit ihren
ungewöhnlichen Tellern, Schüsseln und Schalen Erfolge.
Ihre Objekte haben Charakter, Perfektion hat keine
elevanz, ein Umstand, den die heimischen Spitzengastronomen
sehr zu schätzen wissen.

In Stadtschlaining im Burgenland befindet sich das Atelier von Petra Lindenbauer. Sie versteht sich als angewandte Keramikerin. Funktionalität ist für sie ein Teil der Ästhetik: „Dass etwas funktionell ist, macht einen Gegenstand für mich besonders reizvoll. Nur dass sie handgearbeitet und ein Unikat ist, macht eine Arbeit aber nicht zu einem besonderen Stück. Mir ist wichtig, die Kraft des Materials Ton und des Feuers spürbar zu machen. Keramik als Ziergegenstand gegenstand ist nicht mein Ding“, erklärt Lindenbauer. Was ihre Werkstadt verlässt, fasziniert Gastronomen wie Heinz Reitbauer im Steirereck und Silvio Nickol im Coburg, Konstantin Filippou und auch Fabian Günzel im Aend, denn die Teller, Schalen und Schüsseln tragen die unverkennbare Handschrift von Petra Lindenbauer. „Als Keramikerin zu arbeiten bedeutet für mich, zeitgenössische Keramik zu machen, Tradition und technische Fertigkeiten sind dabei wichtiger Ausgangspunkt. Viele Jahre habe ich gemeinsam mit meinem Mann Georg moderne Heiz- objekte entworfen und umgesetzt, also Großformatiges im Architekturbereich. In meinem privaten Leben hat mir Keramik im Alltag gefehlt, es war dann irgendwann für mich nicht mehr stimmig, Industrieguss-Teller bei uns zu Hause zu verwenden“, erzählt Lindenbauer. Gern lässt sie sich in ihrer Arbeit zu etwas Neuem hinreißen. „Das macht eine Entwicklung möglich und eröffnet neue Wege, das ist bei Berufen, wo das Handwerk eine große Rolle spielt, besonders wichtig.“

QUALITÄTS-MARMELADE

Staud´s ist zum Synonym für qualitativ hochwertige
Marmelade und süß-saure Delikatessen geworden.
Der Familienbetrieb im 16. Wiener Gemeindebezirk
verbindet Tradition mit Moderne und hat sich so
einen Platz in den Herzen der KundInnen erobert.

Traditionelle Handarbeit und modernste Technik, das geht in der Manufaktur von Staud´s in Wien-Ottakring seit den Anfängen in den 70er Jahren Hand in Hand. „Hauptverantwortlich für den Erfolg sind damals wie heute die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vierzig arbeiten im Schnitt in Wien-Ottakring, bis zu dreißig saisonabhängig im Burgenland, wo unsere süß-sauren Delikatessen immer noch zum Großteil per Hand ins Glas gelegt werden“, gibt Stefan Schauer aus der Geschäftsführung Staud´s Wien einen Einblick in die Abläufe. Im Jahr 1971 übernahm Hans Staud den elterlichen Betrieb mit Sitz am Wiener Brunnenmarkt. Von Generation zu Generation wurden Wissen, Intuition und Leidenschaft für das Handwerk und den Umgang mit der Natur weitergegeben. Gepaart mit Ehrgeiz, innovativem Ideenreichtum und kaufmännischem Geschick tragen die einstigen Werte bis heute erfolgreiche Früchte. Was mit Marillenkompott und Gurken begann, wurde zu einer Erfolgsgeschichte mit mittlerweile über 200 Sorten an süßen und sauren Delikatessen. Hochwertige Produkte aus Österreich ins Ausland zu bringen, sieht man bei Staud´s als große Chance für das Unternehmen, doch „die Preisaggressivität, vor allem auch in der Hotellerie, legt uns Steine in den Weg. Staud´s ist und bleibt ein Premiumprodukt. Und die Qualität können wir nur in fairer Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten garantieren“, sagt Schauer.

ERFOLG AM SEE

Hubert Wallner ist Koch aus Leidenschaft,
und die vielen Auszeichnungen  der letzten
Jahre bestätigen seinen Weg. Mit dem neu
eröffneten Bistro Südsee  hat er ein zweites
Standbein am Wörthersee.

Der vielfach ausgezeichnete Haubenkoch, der heuer zum besten Koch Österreichs gewählt wurde, hat seine Heimat am Wörthersee gefunden. Hubert Wallners See Restaurant Saag zählt bereits seit einigen Jahren zu den absoluten Hotspots am Wörthersee. „Kochen ist für mich nicht nur ein Beruf, es ist meine Leidenschaft“, gibt Wallner zu Protokoll. Und das schon von Kindesbeinen an. Der heute so erfolgreiche Gastronom wuchs praktisch in der Küche des elterlichen Gasthofs auf und blieb seiner Liebe zum Kochen treu. Wallner betreibt neben seinem Drei- Hauben-Lokal Saag noch eine Bar, einen Beachclub und ein Strandbad an seiner malerischen Location in Techelsberg. Seit heuer führt er auch das Bistro Südsee by Hubert Wallner in Maria Wörth. Das neue Bistro ist das zweite Lokal, das Wallner am Wörthersee betreibt. Und der gebürtige Niederösterreicher ist mit seinen Expansionsplänen noch nicht am Ende. „In zwei bis drei Jahren planen wir dann auch die Übernahme des Hotels Lamplhof. Der Hauptfokus bleibt für mich auf dem See Restaurant Saag, meine Frau und ein eigenes Team werden sich dann um die neuen Projekte kümmern“, verrät Wallner von seinen Plänen. Seine Projekte haben dem Wörthersee neues Leben eingehaucht und dem ambitionierten Koch den verdienten Erfolg gebracht, den er nicht nur verwaltet, sondern aktiv vorantreibt.

 

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