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Economy

35 Millionen Euro mehr für Bildungsprojekte

Ausgabe #3/2019 • Jung, Talentiert, Gesucht ...
Markus Nepf

DER VERBAND FÜR GEMEINNÜTZIGES STIFTEN (VGS) ZEIGT IN EINER JÜNGST PRÄSENTIERTEN STUDIE, DASS 35 MILLIONEN EURO JÄHRLICH MEHR FÜR BILDUNGSPROJEKTE AUSGESCHÜTTET WERDEN KÖNNTEN. VORAUSSETZUNG: DIE AUSWEITUNG DER SPENDENABSETZBARKEIT AUF BILDUNG UND DAMIT CHANCENGLEICHHEIT MIT ANDEREN SPENDENBEGÜNSTIGTEN ZWECKEN. DER ÖSTERREICHISCHE SPARKASSENVERBAND UNTERSTÜTZT DIE STUDIE UND FORDERT EINE KEST-BEFREIUNG FÜR ZUWENDUNGEN AN SCHULEN.

Franz Portisch, Generalsekretär des Österreichischen Sparkassenverbandes, berichtet aus der Praxis: „Wollen unsere Sparkassenstiftungen beispielsweise vier Computer spenden, erhält eine Universität in Österreich alle vier. Auch eine Schule in Nachbarländern wie Ungarn oder Slowenien würde vier erhalten. Nur Schulen in Österreich erhalten um den gleichen Geldbetrag nur drei Computer. Warum? Weil Zuwendungen an Schulen aller Art in Österreich mit einer KESt-Pflicht von 25 Prozent besteuert sind. Dies ist für uns sachlich nicht nachvollziehbar und verhindert viele Zuwendungen an Volksschulen, AHS, NMS oder Berufsschulen. Der Sparkassenverband fordert daher eine KESt-Befreiung bei Zuwendungen an Schulen mit Öffentlichkeitsrecht. Dies wäre ein wichtiges Signal für zivilgesellschaftliches Engagement im Schulbereich, das zeigt, dass dem Staat die Zukunft und Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen genauso am Herzen liegt wie jene der Erwachsenen.“

Rund ein Drittel aller Stiftungen engagiert sich für in- und ausländische Projekte im Bildungsbereich. Dabei werden sie aber durch die derzeit fehlende Spendenabsetzbarkeit für Bildung behindert. So müssen Privatstiftungen bei der Förderung von Bildungsprojekten in Österreich weiterhin Kapitalertragssteuer abführen. In den meisten europäischen Ländern, wie etwa Deutschland, Italien oder der Schweiz, ist das nicht der Fall: Hier sind Bildungsspenden steuerbegünstigt. Eine steuerliche Begünstigung würde mehr Spenden und Stiftungszuwendungen mobilisieren und damit positive Auswirkungen auf das Bildungssystem haben. EcoAustria rechnet in der aktuellen Studie – im Auftrag des VgS und mit Unterstützung des Österreichischen Sparkassenverbandes – mit rund 35 Millionen Euro an zusätzlichen Spenden und Stiftungszuwendungen jährlich. Diesen würden lediglich Kosten von 10 bis 15 Millionen Euro gegenüberstehen. Zusätzlich würden soziale und gesamtwirtschaftlich wünschenswerte Effekte, wie etwa geringere Arbeitslosigkeit oder bessere Qualifikationen, diese Kosten langfristig mehr als kompensieren.

BILDUNGSINVESTITIONEN – EIN GEWINN FÜR DIE ZUKUNFT

VgS-Präsidentin Katharina Turnauer betont, dass gerade im Bildungsbereich jeder Euro, der heute investiert werde, ein Gewinn für die Zukunft sei. „Deshalb ist es mir ein Herzensanliegen, dass die Vorschläge, die in der Studie erarbeitet wurden, als Gesamtpaket auch umgesetzt werden. Ich bin mir sicher, dass eine Ausweitung der Spendenabsetzbarkeit für Bildung weiteres wertvolles Engagement für diesen Bereich ermöglichen wird. Bildung soll weiterhin Verantwortung des Staates bleiben. Gleichzeitig können Stiftungen hier in Kooperation wertvolle Impulse setzen und dazu beitragen bestehende Lücken zu schließen.“

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