Sparkassen Zeitung

Werte

Die Kreativwerkstätte

Ausgabe #6/2019 • Soziale Verantwortung
Stephan Scoppetta

IM S FUTURE LAB DER SPARKASSE OBERÖSTERREICH WERDEN INNOVATIVE IDEEN ENTWICKELT. DAS ZIEL: NEUES ZU SCHAFFEN, UM FÜR DIE ZUKUNFT GERÜSTET ZU SEIN.

Es gibt bequeme Sitzecken, beschreibbare Wände, Kisten voller Legosteine und Knetmasse sowie einen Roboter, der Gäste begrüßt – das s Future Lab der Sparkasse Oberösterreich in Linz-Urfahr ist ein Ort der Innovationen. In einem kreativ-spielerischen Rahmen kommen individuelle Methoden in der Bearbeitung von Herausforderungen zur Anwendung. Die mehr als 1.700 MitarbeiterInnen sollen dabei auf den Weg eines Kulturwandels, dem im s Future Lab sowohl in kreativer als auch physischer Hinsicht Raum gegeben wird, mitgenommen werden.

DIE BANK VON MORGEN

MitarbeiterInnen können hier ebenso ihre Ideen, Wünsche und Anregungen hinterlassen und gemeinsam weiterentwickeln wie KundInnen. Begleitet werden sie von 27 VeränderungsmentorInnen, sogenannten Change Agents. Sie sind speziell geschulte MitarbeiterInnen der Sparkasse, die die Denkprozesse führen. Das s Future Lab dient als Ideenwerkstätte, in der ein unkomplizierter, agiler Austausch im Vordergrund steht. Seit Mai 2019 ist es geöffnet, zahlreiche Workshops haben bereits stattgefunden und die unterschiedlichsten Themen wurden behandelt. Einer der zentralen Inhalte: die Bank der Zukunft. Schon jetzt ist das Tagesgeschäft durch die Digitalisierung deutlichen Änderungen unterworfen, die sowohl die MitarbeiterInnen als auch die KundInnen betreffen. Dabei ist die Bank weit mehr als bloßer Raum für die Abwicklung von Kundenterminen und die Erledigung von Bankgeschäften. Es geht darum, eine Begegnungszone zu schaffen, Kunde und Kundenbetreuer zusammenzubringen, die Beziehung zu stärken. Maximilian Pointner, Vorstandsdirektor der Sparkasse Oberösterreich: „Natürlich werden immer mehr Abläufe digitalisiert. Man kann sich zwar vorab digital informieren, aber die Kundinnen und Kunden schätzen den persönlichen Kontakt mit ihren Betreuern und ihren Betreuerinnen nach wie vor. Das wird immer wichtiger werden, gerade bei größeren Finanzierungsprojekten, etwa wenn man Wohnraum schaffen möchte. Es ist kein ,entweder oder‘, sondern ein sehr kreatives ,sowohl als auch‘.“

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ ALS UNTERSTÜTZER

Welche Bedeutung Innovation im Future Lab hat, zeigt sich am Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). So wird der humanoide Roboter Pepper, der dank Spracherkennung mit Menschen kommunizieren kann, auch hier eingesetzt. Die MitarbeiterInnen sollen, sagt Maximilian Pointner, den Umgang mit KI kennenlernen: „Pepper ist ein Synonym dafür, dass die Technik sich immer stärker verändern wird. Aber auch, dass man keine Angst davor haben muss. Roboter sind keine Konkurrenten für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie sind deren Unterstützer.“ Pepper informiert zwar über Bankfilialen, neue Veranstaltungen und Aktionen – er ist jedoch kein persönlicher Berater und wird auch niemanden ersetzen. Denn nach wie vor gilt: Der Mensch steht im Mittelpunkt, und das gilt auch in der Bankfiliale der Zukunft.


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„Die KundInnen in den Mittelpunkt rücken“

Maximilian Pointner,
Vorstandsdirektor der Sparkasse Oberösterreich, über das neue s Future Lab und die Bank der Zukunft.

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Wie können sich MitarbeiterInnen und KundInnen im s Future Lab einbringen?

Maximilian Pointner: Wir haben Veränderungsmentoren, so genannte Change Agents, die die Kreativprozesse begleiten. Die Sparkasse Oberösterreich wurde vor 170 Jahren von Menschen aus der Region für Menschen in der Region gegründet – und das hat nach wie vor große Kraft. Jetzt haben wir die Chance, den Kunden und die Kundin wieder in den Mittelpunkt zu rücken.

Gibt es schon erste Projekte aus dem s Future Lab?

Pointner: Wichtig ist, dass man ergebnisoffen in den Prozess hineingeht. Was schon passiert ist: Das, was am Campus Wien bereits gelebt wird, haben wir jetzt auch umgesetzt und neue Formen der Zusammenarbeit geschaffen. Denn in unserem Gebäude in Linz-Urfahr haben wir im Rahmen eines Pilotprojekts ein Großraumbüro ohne fixe Arbeitsplätze geschaffen. Auch die AbteilungsleiterInnen haben kein eigenes Büro mehr, was anfangs eine Herausforderung war – aber bislang läuft das Pilotprojekt sehr gut. Das alles sind Vorbereitungen auf die Veränderungen, die auf uns als Sparkasse zukommen.

Ein weiteres Thema, an dem gearbeitet wurde und wird, ist die Bankfiliale der Zukunft ...

Pointner: Auch dazu hat es schon verschiedenste Workshops gegeben, wo unter anderem auch mit den KundInnen darüber geredet wurde, was für sie wichtig ist und welche Bedürfnisse sie haben. Was klar herauskommt: Man braucht in der Bank auch in Zeiten der Digitalisierung Bezugspersonen. Etwa, wenn es um große Finanzierungen wie Wohnraumschaffung geht. Ändern werden sich die Tätigkeiten, die die MitarbeiterInnen in den Filialen machen. Es wird stärker in Richtung Netzwerken gehen und der Fokus wird sich noch intensiver auf die Regionalität richten.

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Was zählt, sind die Menschen