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Das Bauspardarlehen für Bildungsmaßnahmen – eine Investition in die Zukunft

Monika Gröger

Die Anforderungen an die (Aus-)Bildung werden in Zukunft weiterhin zunehmen. Nicht umsonst fordert die deutsche Bildungsexpertin Annette Schavan seit Jahren, dass der Bildungssparvertrag in Zukunft einen ähnlichen Stellenwert haben soll wie der Bausparvertrag.

In Österreich ist die Forderung nach einer Neubewertung des Bildungssparvertrags seit 1. September 2005 bereits Realität: Seitdem sind Maßnahmen für Bildung und Pflege eine widmungsgemäße Verwendung für den Bausparvertrag und damit auch ein möglicher Verwendungszweck für ein s Bauspardarlehen. Durch ein „Bildungsdarlehen“ der s Bausparkasse kann somit eine Aus- und Weiterbildung oder eine Umschulung finanziert werden.

Natürlich ist und bleibt das Kerngeschäft einer Bausparkasse die Finanzierung von wohnungswirtschaftlichen Maßnahmen. Der Zusatz „Bildung“ und „Pflege“ ist jedoch eine stimmige Erweiterung des Geschäftsfeldes der s Bausparkasse, können so doch Bedürfnisse aus (fast) jedem Lebenszyklus der KundInnen abgedeckt werden.

Von der hohen Bedeutung des Themas Bildung ist auch Thomas Mayer, Marketingspezialist bei der s Bausparkasse, überzeugt. „Weiterbildung ist heute extrem wichtig. Man braucht eine gute, immer wieder aktualisierte Ausbildung.“ Aus diesem Grund entschied sich Mayer Ende 2010 dazu, ein berufsbegleitendes zweijähriges Fernstudium zum Thema Immobilienmanagement zu starten. „Nach einem anstrengenden Arbeitstag muss man sich oft zum Lernen aufraffen, keine Frage“, sagt Mayer. Motivation war für ihn „nicht der Titel, sondern das zusätzliche Wissen. Bausparen und Immobilien hängen eng zusammen, da ist der Blick über den Tellerrand hochinteressant und wertvoll für den Job“. 2012 hat Thomas Mayer diese Ausbildung mit dem Master of Business Administration (MBA) abgeschlossen. Die Kosten des Programms finanzierte er mit einem s Bauspardarlehen. „Nachdem keine aktuellen Bau- oder Sanierungsprojekte angestanden sind, ein Ansparvertrag vorhanden war, war dies die logische Konsequenz für mich.“ Die Entscheidung zu einer weiterführenden, postgradualen Ausbildung hat er nie bereut. „Dieses Wissen und die Erfahrung sind nicht nur äußerst wertvoll, sie tragen vor allem zur geistigen Fitness und Flexibilität bei."

 

INTERVIEW

Rudolph Wipplinger– Produktmanager für Finanzierungen in der s Bausparkasse – hat bei der Erweiterung der Verwendungszwecke 2005 das „Bildungsdarlehen“ nicht nur eingeführt, er ist auch Ansprechpartner für sämtliche Anfragen. Gerne teilt er seine Erfahrungen und sein Wissen auf diesem Gebiet.























Rudolf Wipplinger, Produktmanager Finanzierungen,
s Bausparkasse: „Das Bildungsdarlehen der s Bausparkasse
funktioniert bereits gut in  Nischenbereichen – dort
ist es nicht mehr wegzudenken.“

Sparkassenzeitung: Herr Wipplinger, können Sie uns kurz erklären, was im Wesentlichen der Unterschied zwischen einem Bauspardarlehen und einem Bildungsdarlehen ist?
Rudolf Wipplinger: Grundsätzlich ist das Bildungsdarlehen wie ein normales Bauspardarlehen aufgebaut, es gelten daher auch für dieses Produkt sämtliche Goodies und Vorteile eines s Bauspardarlehens. Hier wären einerseits die attraktiven Fixzinskonditionen zu nennen, die für jede und jeden gelten, da es keine Abstufung nach Bonitäten gibt. Bei variablen Darlehenskonditionen bieten wir eine kostenlose Zinsobergrenze, die bis zu 20 Jahre ab Zuteilung gilt.

Wie hoch war oder ist die Nachfrage nach einem Bildungsdarlehen in der s Bausparkasse?
Wipplinger: Bei einem Finanzmittelbedarf rund um das Thema Weiterbildung denken die Österreicherinnen und Österreicher nicht gleich an ein Bauspardarlehen. Das kann natürlich auch daran liegen, dass sich die benötigten Mittel meistens in einer Größenordnung zwischen 5.000 und 10.000 Euro bewegen. Diese Beträge werden oft durch Ersparnisse oder Überziehungsrahmen gedeckt. Im Bereich Bildung ist es noch immer so, dass sich die Kosten dafür aus den zur Verfügung stehenden Mitteln ausgehen sollen. In den letzten Jahren haben sich aber durchaus Bereiche entwickelt, wo das Bildungsdarlehen gut angekommen ist und nicht mehr wegzudenken wäre.

Meinen Sie hiermit eine bestimmte Kundengruppe oder einen Verwendungszweck?
Wipplinger: Sowohl als auch. Eine starke Zielgruppe hat sich in den letzten Jahren ergeben, an die wir bei der Einführung nicht gedacht hätten: die Berufsgruppe der Pilotinnen und Piloten. Eine Umschulung auf einen anderen Flugzeugtyp kostet teilweise viel Geld. Je nach Flugzeugtyp können Beträge bis zu 90.000 Euro vonnöten sein. Diese Kosten werden seit einigen Jahren nicht mehr vom Arbeitgeber direkt übernommen. Diese Berufsgruppe hat sich mittlerweile als idealer Partner herausgestellt: Die Kosten der Ausbildung liegen in einer Höhe, die man nicht einfach so aufbringen kann, die Ausbildung kommt den DarlehensnehmerInnen selbst zugute und ein entsprechendes Einkommen oder eine Liegenschaft zur Sicherheit ist vorhanden. In dieser Berufsgruppe ist das Bildungsdarlehen bereits angekommen und wird gerne verwendet. Ich bin überzeugt, dass sich weitere ähnliche Tätigkeitsfelder laufend ergeben werden. Ein weiterer Klassiker in der Verwendung ist die Finanzierung einer Aus- und Weiterbildung im Ausland.

Sie betreuen das Bildungsdarlehen bereits seit dessen Einführung. Gab es in dieser Zeit ein besonderes Erlebnis?
Wipplinger: Ja, das gab es tatsächlich. Vor ein paar Jahren führte ich wieder einige Gespräche mit Pilotinnen und Piloten, die ihre Umschulung mittels Bildungsdarlehen finanzieren wollten. In diese Zeit fällt auch eine Flugreise, wo ich beim Einsteigen in den Flieger tatsächlich einen mir aus diesen Gesprächen bekannten Piloten gesehen habe. Nach dem Start wurde ich von der Flugbegleiterin ins Cockpit gebeten. Dort hat mich der Pilot eindringlich ersucht, ja niemandem zu erzählen, dass er für die Ausbildung ein Darlehen aufgenommen hat. Diese Angst konnte ich ihm natürlich nehmen: Wir unterliegen ja dem Bankgeheimnis. Ein paar Wochen danach meldet sich ein Kollege dieses Piloten auf seine Empfehlung hin bei mir mit den Worten: „Ich möchte meine Umschulung ebenfalls via Bildungsdarlehen finanzieren …“

„S BAUSPARDARLEHEN FÜR BILDUNG“
Verwendungszweck: Ausgaben, die durch Berufsausbildung und berufliche Weiterbildung (Umschulung) der DarlehensnehmerInnen selbst oder naher Angehöriger ausgelöst werden

Besicherung: Mit oder ohne Grundbuch bzw. aktuell vorhandenem garantiertem Rückkaufswert

Darlehenshöhe: Je nach Besicherungsart bis zu 180.000 Euro Laufzeit: Je nach Besicherungsart bis zu 30 Jahre

Auszahlungsarten: Einmalbetrag direkt an KundInnen oder rechnungslegende Stelle bzw. periodische Auszahlung. Die Ausgaben sind nachzuweisen und müssen in unmittelbarem Zusammenhang zur Aus- oder Weiterbildung stehen.

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